Andrea Kathrin Loewig

Studiorundgang
Als Frau Dr. Globisch Millionen Zuschauern bekannt: Andrea Kathrin Loewig. (MDR/Rudolf K. Wernicke)

„Die kleine Hobby-Homöopathin“

Als Frau Dr. Globisch in der erfolgreichen ARD-Serie „In aller Freundschaft“ erobert sie schon seit 17 Jahren die Herzen der Fernsehzuschauer. Im Interview mit „AC gesund“ spricht Andrea Kathrin Loewig (49) über ihre Bewunderung für das medizinische Pflegepersonal und wünscht sich, dass der Pflegeberuf attraktiver wird. Außerdem verrät sie, wie hilfreich OP-Tupfer beim Synchronisieren sein können – und warum sie privat auf Homöopathie und Bikram-Yoga schwört.
Sie legen als Chefchirurgin Dr. Globisch auch selbst Hand an. Wo haben Sie das gelernt?

Zu Beginn haben wir Krankenhäuser kennen gelernt und sind da mitgelaufen, um uns ein Bild zu machen. Wir haben außerdem eine medizinische Beraterin, die uns immer zur Seite steht. Es gibt keinen medizinischen Handgriff, wo sie uns nicht streng auf die Finger guckt. Im Waschraum verbietet sie uns immer wieder, auch nur eine einzige Szene ohne OP-Haube zu spielen, obwohl ich das gerne mal machen würde! Und bei den OP`s gibt es Spezialisten, die gebucht werden für den OP-Tag und sie sagen uns genau, wie etwa die Herz-Lungen-Maschine zu bedienen ist.

In Ihrer Rolle müssen Ihnen auch schwierige Diagnosen wie selbstverständlich über die Lippen gehen. Üben Sie das?

Das ist Training, als wenn man eine Fremdsprache erlernt. Ich hatte es durch meine Synchronarbeit im Vorfeld relativ leicht, schnell Texte zu lernen und deutlich auswendig zu sprechen. Und mir liegt es auch. Ich habe ein Schnelllerngedächtnis.

Nehmen wir einmal an, Sie sollten jetzt morgen als reale Medizinerin tätig werden. Welche Fachdisziplin würde Sie dann reizen?

Homöopathin! Ich beschäftige mich schon lange mit der Alternativmedizin, man nennt mich auch „die kleine Hobby-Homöopathin“. (lacht) Meine Standardapotheke mit 20 bis 30 Mitteln habe ich immer in meiner Handtasche dabei. Ich konnte meiner Tochter, meinem Mann, meiner Mutter und sogar meinem Hund helfen! Zuletzt habe ich sogar meine Rosen damit behandelt, die mit Läusen befallen waren. Es hat funktioniert! Ich kenne aber auch die Grenzen der Homöopathie: Bei Knochenbrüchen etwa muss operiert werden.

In unserem aktuellen Heft liegt der Schwerpunkt auf dem Pflegepersonal. Ist der Pflegeberuf genügend anerkannt?

Nein! Ich habe zuletzt einen dramatischen Bericht über Krankenhauskeime gesehen. Da hat ein Arzt mit der Stoppuhr die Zeit gemessen, die ein Pfleger braucht auf der Intensivstation, um die hygienischen Vorschriften korrekt auszuüben. Es stellte sich heraus, dass ein Pfleger pro Patient acht Stunden benötigt in der Schicht, um alle hygienischen Standards einzuhalten. Er muss aber zwei bis drei Patienten betreuen. Ich bewundere die Leute, die sagen ich mache und mag diesen Beruf gern! Da muss mehr Geld hin und der Pflegeberuf muss wieder attraktiv werden! Es geht schließlich um die Gesundheit von uns allen, der Patienten.

Apropos Gesundheit: treiben Sie Sport?

Ja, seit etwa 15 Jahren praktiziere ich Bikram-Yoga, das ist Yoga in einem 40 Grad warmen Raum. Wer also nur ein bisschen Yoga machen möchte, für den ist das nichts. Shirley Mc Laine hat das entdeckt und nach Amerika gebracht. Durch Bikram bin ich körperlich fit geblieben, ich kann immer noch einen Spagat und mein Rücken ist nicht steifer geworden. Es ist sehr intensiv, für alle Organe und Muskeln und man fühlt sich wie wiedergeboren danach.

Sie sind Mutter einer achtjährigen Tochter. Wie erlebt sie Ihre Bekanntheit?

Am Anfang hat sie das genervt, doch jetzt möchte sie es der ganzen Welt erzählen. Wer ich bin, was ich mache und so weiter. Sie ist schon stolz auf ihre Mama. Sie kam einmal aus der Schule heim und hatte dort die Aufgabe, einen Promi zu recherchieren im Internet. Sie brachte mir drei Artikel über mich mit! (lacht)

Als Sie Charlize Theron für den Kinofilm „Monster“ synchronisierten, griffen Sie auf ein Krankenhausutensil zurück….

Ja, ich hatte zuerst eine Spange vom Zahnarzt bekommen, genauso wie Charlize Theron, die vernuschelt sprechen sollte als Mörderin aus einer niedrigen Schicht. Und ich ja auch. Das klappte aber nicht gut. Dann kam ich auf die Idee, mir die kleinen Mäuschen aus dem OP, so kleine Tupfer sind das, mir in die Backen zu stecken. Das hat prima geklappt!

Ihre Kollegin Hendrikje Fitz, die als Pia Heilmann bei „In aller Freundschaft“ mitgespielt hatte, starb im April mit 54 Jahren an einer Krebserkrankung. Welches Verhältnis hatten Sie zu ihr?

Wir haben uns sehr gerne gemocht. Sie war immer herzerfrischend, ehrlich, liebenswert, ein bisschen frech, lustig, es hat immer Spaß gemacht, mit ihr zu arbeiten! Sie war tierlieb, konnte tolle Schoten reißen, die mir manchmal die Schamesröte ins Gesicht trieb! Sie war eine tolle, verrückte Nudel und wir vermissen sie alle sehr!